

100 Jahre Jodlerklub Laufenburg – Rheinfelden
Kurzchronik 1925 - 2026
Jodeln verbindet Menschen und schafft Gemeinschaften
Jodeln ist gesund für Geist und Seele. Jodeln ist mehr als nur ein Ruf oder ein Jutz über die Berge. Jodeln ist gelebte echte schweizerische Tradition, Ausdruck von Heimat, ein Stück Kultur, das Menschen über Generationen hinweg miteinander verbindet. Zu dieser Tradition gehört natürlich auch das Alphorn spielen und das Fahnenschwingen.
Diese Eigenschaften, helfen mit, dass viele Jodlerklubs auf ein langes Vereinsleben zurückschauen dürfen.
Die Anfänge in Rheinfelden
Die Gründung der beiden Vereine liegt genau zehn Jahre auseinander. Eine Handvoll Heimweh Berner gründeten am 25. November 1925 den Jodlerklub Rheinfelden. Anfänglich lief nicht alles problemlos, doch die gute Kameradschaft und die Treue zum Verein liessen die Startprobleme bald vergessen. Es folgten die ersten Konzerte und öffentliche Auftritte. Der Klub hatte sich stabilisiert und er konnte bald die ersten Erfolge feiern.
Die Entstehung in Laufenburg
Zehn Jahre später gründeten genau wie in Rheinfelden einige Heimweh Berner den Berner Verein Laufenburg. Kurze Zeit später wurde der Verein zum Jodlerchörli Laufenburg umgetauft. Geleitet wurde das Chörli notabene von einem Pfarrer. Auch in Laufenburg gab es einige Start Schwierigkeiten. Dazu kamen die Kriegs- und Nachkriegsjahre. Das Vereinsleben geriet in den Hintergrund, ein Normaler Probebetrieb war nicht mehr möglich. Auch hier hat die Treue zum Verein und die Freude am Gesang, den Klub immer über Wasser gehalten. Einige Jahre später wurde der Verein dann zum Jodlerklub Schlossberg umbenannt.
Verbandsleben, Auftritte und kulturelle Verantwortung
Beide Vereine traten kurz nach ihrer Ggründung dem Nordwestschweizerischen- und dem Eidgenössischen Jodlerverband bei. Die Verbandsjodlerfeste wurden fast lückenlos besucht. Die Wettlieder wurden von den Juroren meist als gut oder sehr gut bewertet. Somit war der gesangliche Anspruch ein wichtiger Bestandteil des Vereinsleben. Die Teilnahme an Jodlerfesten war nicht nur ein Vergleich mit anderen Chören, sondern auch das Pflegen von Freundschaften und die Zugehörigkeit zur grossen Jodlergemeinschaft.
In beiden Städtlis in Laufenburg wie in Rheinfelden wurde das kulturelle Leben aktiv mitgeprägt und auch mitgestaltet. Verschiedene Anlässe wie Bundesfeiern, Jubiläen, Fasnachtsumzüge, Kirchliche Anlässe usw. gehörten in Jahresprogramm beider Vereine. Um die nötigen finanziellen Mittel für das Vereinsleben zu beschaffen, organisierten beide Vereine Jodlerfeste, Konzerte, Theater usw. Immer und immer wieder wurde auch mit internen Anlässen und Reisen die Kameradschaft gepflegt.
Nordewestschweizerische Jodelerfeste
Zweimal war der Jodlerklub Rheifelden Organisator vom Nordwestschweizerischen Jodlerfest. 1954 und 1977 trafen sich tausende Jodlerinnen und Jodler, sowie Alphornbläser und Fahnenschwinger und Besucher im schönen Städtchen Rheinfelden. Die Organisation verlangte von den Mitgliedern alles ab. Dank grosszügiger Unterstützung der Rheinfelder Bevölkerung waren beide Anlässe ein grosser Erfolg. Die Teilnehmenden lobten die gute Organisation, die farbenfrohen Festumzüge und die wunderschöne Lage der der Stadt am Rhein.
Mehrmals durfte der Jodlerklub Rheinfelden für ausländische Touristen ein Ständchen geben. So z.B.1954 der englischen Fussballnationalmannschaft, als sie in Rheinfelden einquartiert waren.
Die schwierige Zeit um die Jahrtausendwende
Mit dem gesellschaftlichen Wandel veränderten sich auch die Voraussetzungen für die beiden Jodlerklubs. Nach der Jahrtausendwende gerieten sowohl der JK Rheinfelden wie auch der JK Laufenburg zunehmend unter Druck. Altersbedingte Austritte konnten selten durch junge Sänger kompensiert werden. Jodeln in unserer Region war nicht sehr aktuell und stand nicht auf der Wunschliste junger Leute. Doch wiederum erwiesen sich Vereinstreue, Freundschaft und die Freude am Jodelgesang als tragende Kräfte. Die Verantwortlichen und die treuen Mitglieder wollten die Tradition nicht aufgeben. Gleich zeitig wusste man voneinander und erkannte, dass beide Vereine vor ähnlichen Herausforderungen standen. Aus dieser Situation entstand die Idee, die Kräfte zu bündeln.
Gemeinsame Wege ab 2004
Im Jahre 2004 beschlossen beide Jodlerklubs, künftig gemeinsame Wege zu gehen. Zunächst wollte man ausdrücklich keine Fusion. Vielmehr wollte man die Proben, Konzerte und weitere Auftritte gemeinsam bestreiten. Diese Lösung erwies sich als erfolgreich. Aus der Zusammenarbeit entstand neues Leben im Vereinsalltag. Diese Entwicklung führte schliesslich zum heutigen gemeinsamen Jodlerklub Laufenburg – Rheinfelden.
Zwei Städte - ein Verein
Im August 2011 haben die Mitglieder beider Vereine der Fusion zum heutigen Jodlerklub Laufenburg - Rheinfelden zugestimmt. Damit wurde aus der Zusammenarbeit eine gemeinsame Vereinsidentität. Die Geschichte der beiden Vereine blieb dabei erhalten und bildet bis heute das Fundament des gemeinsamen Klubs.
Letzter Präsident im JK Rheinfelden war das heutige Ehrenmitglied Jacky Breitenmoser. In Laufenburg war es Franz Boutellier, der zugleich neuer Präsident beim fusionierten Verein war. Auch er ist heute Ehrenmitglied.
Heute steht der Klub auf gesunden Füssen. Ein umsichtiger Vorstand und eine unbezahlbar gute und liebe Dirigentin Trudi Hunziker leiten die Geschicke des Klubs. Regelmässig besuchen um die zwanzig Jodlerinnen und Jodler, die guten Proben und Auftritte. Die Suche nach neuen Jodlern ist schwierig. Es ist eine sehr grosse Herausforderung, neue Jodlerinnen und Jodler zu motivieren, damit der Verein weiterhin bestehen kann. Die schöne Tradition muss weiterleben.
Jodeln als Weltkulturerbe
An ihrer zwanzigsten Sitzung in Neu-Delhi hat das Zwischenstaatliche Komitee der UNESCO für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes, das Jodeln in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. In seinem mehrseitigen, langen Bericht schreibt das Komitee unter anderem.
Zitat: "Das Jodeln ist äusserst beliebt und wird in Familien, Vereinen, Musikschulen oder einfach unter Sängerinnen und Sängern weitergegeben. Über 12 000 Jodlerinnen und Jodler sind Mitglied einer der 711 Gruppen des Eidgenössischen Jodlerverbandes."
Eine grosse Ehre für den Eidgenössischen Jodlerverband, aber auch eine grosse Aufgabe die Jodlerei weiter zu entwickeln, und den herkömmlichen bewährten Jodelgesang zu bewahren und der gelebten echten schweizerischen Kultur Sorge zu tragen.
Hoffentlich ist diese grosse Ehre auch ein Motivationsfunken für junge Jodlerinnen und Jodler in unserer Region, einem Jodlerklub beizutreten.
Gönnen wir besonders dem jubilierenden Jodlerklub Laufenburg – Rheinfelden zum heutigen Tag eine gesunde und erfolgreiche Zukunft.